Wie bringt man sein Kind dazu, die Hausübungen regelmäßig zu machen? (Teil 2)

Im Teil 1 habe ich bereits ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert, wie sie ihr Kind dazu bringen, die Hausübungen regelmäßig zu erledigen. Ich hoffe, sie konnten bereit den einen oder anderen Schritt gut zuhause integrieren. Hier vier weitere Tipps.

Strukturiere den Ablauf jeder Lern-Session

Zu Beginn einer Lern-Session, setzen sie sich neben ihr Kind und erstellen sie einen detaillierten Zeitplan für die nächsten Stunden. Es empfiehlt sich, einen täglichen Hausaufgaben-Planer zu erstellen, in dem die für die einzelnen Aufgaben zugewiesene Zeiten klar definiert ist. Es ist ihre Aufgabe, jede Aufgabe zu überprüfen und sicherzustellen, dass ihr Kind alles versteht. Lassen sie es abschätzen, wie viel Zeit es für jede Aufgabe benötigt. Fragen sie, mit welcher Aufgabe es beginnen möchte und finden sie heraus, ob es dabei Hilfe benötigt. 

Erklären sie die Aufgabe immer bevor ihr Kind damit beginnt. Notieren sie neben den geschätzten Zeiten auch die tatsächlich notwendige Zeit pro Aufgabe, damit ihr Kind auch lern, den Aufwand selbst einschätzen zu können. 

Ist die Aufgabe fertig, überprüfen sie diese und erklären sie bei Fehler einen Lösungsansatz. Danach lassen sie wieder das Kind die Aufgabe selbst verbessern. Oft ist es hilfreich, sich diverse Lernbücher für die Heimbibliothek zuzulegen, in denen sie selbst auch nachsehen können. Unterschiedliche Bücher bieten unterschiedliche Arten an, wie sie ihrem Kind das Thema näher bringen können. Nicht für jedes Kind ist die Erklärung in der Schule logisch und verständlich. Nur wenn Dinge logisch sind für ihr Kind, können sie davon ausgehen, dass sie ihr Kind auch wirklich gut gelernt hat. Das Auswendiglernen rächt sich einige Jahre später ganz furchtbar, weil es eben oft nicht verstanden wurde.

Planen sie auch Pausen ein

Kontinuierliche Arbeit an Aufgaben kann ihr Kind körperlich und geistig schnell auslaugen. Lassen sie es entscheiden, wann es eine Pause machen möchte und legen sie die gewählten Pausen in den täglichen Hausaufgaben-Plan ein. Manche Kinder machen gerne eine Pause in bestimmten Zeitintervallen, etwa alle 15 Minuten oder jede halbe Stunde, während andere lieber eine Pause machen, wenn sie einen Auftrag beendet haben. Identifizieren sie die Dauer der einzelnen Pausen und was ihr Kind während der Pause tun kann, wie zum Beispiel einen Snack zu essen, fernzusehen oder ein paar körperliche Übungen machen. Nicht jeder von ihnen hat gut trainierte Tiere zuhause, die auf Kommando spielen und dann wieder ruhig sind. Wenn sie ein solches Tier haben, nutzen sie es für die Gestaltung der Pausen. Das kann eine Tätigkeit vom Spielen bis zum Gassigehen alles sein. 

Klare Grenzen, Erwartungen und Konsequenzen

Wenn sie Grenzen setzen und Regeln erstellen, sagen sie ihrem Kind, dass die Hausaufgaben jeden Tag zur gleichen Zeit und auf demselben Ort erledigt werden sollten. Lassen sie ihr Kind wissen, was sie von ihm erwarten. Sie können gemeinsam festgelegte schriftliche Erwartungen festlegen, damit alle beteiligten die Rahmenbedingungen kennen. Vielleicht möchten sie bestimmte Konsequenzen auferlegen, wenn die schriftlichen Regeln nicht befolgt werden. Wenn es zum Beispiel absichtlich alle seine Aufgaben an einem bestimmten Tag nicht erfüllt, müssen eine Konsequenz-Massnahme ziehen. Keine Bestrafung, die nicht im Kontext mit der verabsäumten Aufgabe steht. Eine Konsequenz-Massnahme kann zum Beispiel sein, dass die Hausübung am Wochenende nachgeholt wird und die Kinderparty nicht besucht werden kann. Eine Bestrafung wäre Handy-Verbot, Fernseh-Verbot oder Hausarrest. Diese Maßnahmen werden keine Wirkung im Bezug auf die Hausübung haben, ausser dass die Hausübung nur gemacht wird, um der Bestrafung zu entgehen. Damit bringen sie ihrem Kind allerdings ein für die Zukunft beeinträchtigendes Verhalten bei, das später mühevoll wieder verändert werden muss. Ausserdem beeinflusst es ihre Eltern-Kind-Beziehung negativ.

Vermeiden sie es auch, einen strengen Vortrag zu halten, wenn es bestimmte Regeln nicht befolgt. Denken sie daran, dass die Entwicklung neuer Verhaltensweisen und Gewohnheiten einige Zeit und klare Anweisungen und Konsequenz erfordert. Erinnern sie es einfach daran, was vereinbart wurde, und auch an die Konsequenzen, wenn man sich nicht daran hält.

Mit Belohnung positives Verhalten stärken

Markieren sie am Hausaufgaben-Plan jedes Tages, ob die Aufgaben erfolgreich erledigt wurden und bieten sie bei zum Beispiel zehn solcher positiven Markierungen eine Belohnung an. Ich klebe gerne Sterne oder Tiere mit Stickern auf die Pläne und lasse immer je nach Größe der Belohnung 10-30 Sterne sammeln. Anreize und Belohnungen können gemeinsame Ausflüge oder Urlaube sein, oder die Erfüllung andere Wünsche des Kindes. Ist der Anreiz dem Kind nicht wichtig genug, wird es auf diese Maßnahme nicht reagieren. Also fragen sie ihr Kind einfach, was es sich wünscht und wieviel Sterne es ihm die Erfüllung wert ist. Verhandeln sie auf Augenhöhe und halten sie die Vereinbarung schriftlich fest.

Wenn sie bemerkt haben, dass die Umsetzung nicht einwandfrei klappt bzw. sie es bereits mit einem Teenager zu tun haben, der unbändig zu sein scheint, empfehlen wir ihnen die Produkte und Leistungen von Lee McPea. Nehmen sie an einem unserer Online-Programme teil, oder buchen sie eine Elternberatung via Skype. Mehr dazu unter www.leemcpea.com

Hier der Lernzeiten-Plan von Lee McPea, den sie pro Woche, gemeinsam mit ihrem Kind aufstellen. Bitte beachten sie dabei, dass sie jede Woche die gleichen Lernzeiten verwenden.