Wie bringt man sein Kind dazu, die Hausübungen regelmäßig zu machen? (Teil 1)

Hausaufgaben zu machen ist eines der Dinge, die die meisten Kinder einfach hassen. Meistens schieben sie ihre Hausaufgaben ab, weil sie denken, dass sie so einfach der Bestrafung durch Lehrer oder Eltern entgehen.

Kinder wollen natürlich Spaß haben. Sie werden sich also eher für entscheiden, Spiele zu spielen, anstatt mühsame Hausaufgaben zu erledigen. Viele Dinge konkurrieren um ihre Aufmerksamkeit, von Netflix, Amazon Prime & Co über Videospiele bis hin zu Mobiltelefonen und Internet. Für die Kinder gibt es viele interessante Dinge als Hausaufgaben. Ihre Vorstellung von Spaß entspricht nicht nicht dem Lösen von mathematischen Aufgaben, oder der Verbesserung der Rechtschreibung.

Als Elternteil ist ihre Rolle entscheidend für die Gestaltung der Lern- und Hausaufgaben ihres Kindes. Sie wünschen sich, dass ihr Kind endliche ein positive Lerngewohnheiten entwickelt und fleißig seine Hausaufgaben macht. Aber ständig beobachten sie sich dabei, wie sie es bestrafen, nörgeln oder mit ihm streiten, damit für Schularbeiten und Test gelernt wird, oder die Hausübung fristgerecht erledigt. Dieses Vorgehen, das wissen die meisten von ihnen bereits, verursacht nur noch mehr Widerstand, Jammern und Ausreden. Befolgen sie die nachfolgenden Tipps, um eine Hausaufgaben-Routine bei ihrem Kind zu entwickeln.

Ab dem 1. Schultag

Für viele von ihnen kommt dieser Tipp zu spät, weil der 1. Schultag ihres Kindes schon vorbei ist. Doch ich will diesen wichtigen Punkt nicht auslassen, es gibt ja noch Eltern, die den 1. Schultag ihres Kindes noch vor sich haben. 

Das Erstellen einer regelmäßigen Hausaufgaben-Routine, die beinhaltet, wann und wo Aufgaben erledigt werden sollten, ist wesentlich. Die Kinder profitieren von klaren Strukturen. Es ist oft einfacher, Aufgaben zu erledigen, wenn sie an bestimmte Routinen gebunden sind.

Wenn möglich, führen sie eine Hausaufgaben-Routine ein, sobald die Schule beginnt. Es ist jedoch noch nicht zu spät, auch sie erst im Laufe des 1- Schuljahres starten, solange sie die Routine konsequent umsetzen. Nach ein paar Wochen wird die Routine in die typischen Aktivitäten Ihres Kindes eingebettet sein und es wird "selbstverständlich" sein seine Hausübungen zu machen. 

Eine gute Hausübung spiegelt den einzigartigen Lernstil Ihres Kindes wider. Schüler mit einer Konzentrationsschwäche arbeiten in der Regel am besten, wenn sie nur 15 Minuten für ein bestimmtes Thema aufwenden, für weitere 15 Minuten zum nächsten Thema wechseln und dann zum vorherigen Aufgabenbereich zurückkehren. Dies ist ein produktiverer Ansatz, als wenn sie ihr Kind dazu zwingen, kontinuierlich an denselben Hausaufgaben zu arbeiten.

Andere Schüler erreichen ihr Ziel schneller, wenn sie eine halbe Stunde auf Hausaufgaben verbringen, dann eine kurze Pause machen um zu spielen oder zu essen und danach die Aufgabe abschliessen. Unterschiedliche Ansätze, die auf die individuellen Bedürfnisse ihres Kindes zugeschnitten sind, sind hier notwendig. Nicht jedes Kind lernt auf die gleiche Art und Weise gleich gut. Speziell bei Kindern mit Lernproblemen habe ich ihn den letzten Jahren gestellt, dass zum Beispiel die Anwesenheit eines Haustieres während der Hausaufgaben hilfreich. Es sollte sich ruhig verhalten und nicht zum Spielen auffordern bzw. verstehen, wann die Spielpause vorbei ist.  Um herauszufinden, welche Hausaufgaben-Routine für ihr Kind am besten geeignet ist, probieren sie einfach unterschiedliche Arten durch und entscheiden sie gemeinsam mit ihrem Kind welcher Weg am passendsten ist. 

Je später sie mit ihrem Kind beginnen, eine Hausaufgaben-Routine einzuführen, umso mehr Kraft und Konsequenz werden sie aufbringen müssen, um das neue Verhalten zu verankern. Ausnahmen sollte es dann keine mehr geben und sie sollten auch keine Ausnahmen mehr selbst schaffen z.B. mit "Heute ist es heiss, ich möchte ins Schwimmbad. Wir machen deine Hausübung später". 

Der Ort ist wichtig

In meinem Elternberatungen habe ich schon viel erlebt. Von überfüllten Schreibtischen bis zum Lernen im vollbesetzten Wohnzimmer war alles dabei. Wenn ihr Kind nicht im eigenen Zimmer lernen will, ist es keine Lösung es neben sich sitzen zu lassen, während sie kochen oder sich um den Haushalt kümmern. Kinder mit einer schwachen Aufmerksamkeit werden durch sie immer wieder abgelenkt. Viel besser wäre es, mit dem Kind gemeinsam, den Lernplatz im eigenen Zimmer freundlich, zusammengeräumt und einladend zu gestalten. Wenn es zuhause immer laut ist, empfehlen wir die Verwendung von geräuschunterdrückenden Kopfhörern, ohne Musik!

Wenn sie ein Kind haben, dass sich nur schwer ablenken lässt, können sie gemeinsam mit ihm unterschiedliche Orte ausprobieren. Das kann beim Wohnzimmerfussboden beginnen und beim Liegestuhl neben dem Pool enden. Der richtige Ort hängt von den Vorlieben ihres Kindes ab. Um den richtigen Ort auszuwählen, besprechen sie die Vor- und Nachteile der verfügbaren Optionen. Es ist wichtig, eine Entscheidung zu treffen, die sowohl sie als auch ihr Kind mögen.

Einrichten eines Lernzentrums

Nachdem der Ort identifiziert wurde, der am besten für das Lernen und die Hausübungen geeignet ist, besteht der nächste Schritt darin, ihn als Lernzentrum einzurichten. Stellen sie sicher, dass der Arbeitsbereich geräumig genug ist, um alle erforderlichen Materialien für die Ausführung von Aufgaben unterzubringen. Informieren sie sich über die Arten von Verbrauchsmaterialien, die ihr Kind normalerweise verwendet, und stellen sie grundlegende Verbrauchsmaterialien wie Stifte, Stifte, Papiere, Textmarker und Lineale bereit. Ein Wörterbuch, ein Lexikon und ein Taschenrechner können ebenfalls nicht schaden.

Abhängig von der Klassenstufe und den besonderen Bedürfnissen ihres Kindes können sie ihm auch einen Computer oder Laptop zur Verfügung stellen. Kaufen sie außerdem eine tragbare Kiste, in der die Gegenstände aufbewahrt werden können, wenn das Lernzentrum auch noch einem anderen Zweck als dem Lernen dient. Platzieren sie eine Pinnwand aus Kork oder Glas, auf dem sie einen monatlichen Kalender aufhängen können, um langfristigen Aufgaben und Schularbeitstermine im Auge zu behalten.

Erlauben sie ihrem Kind, sich an der Gestaltung des Lernzentrums zu beteiligen. Motivieren sie es zur Kreativität, um den Ort zu verbessern, damit es sich in seinem gewählten Gebiet wohler fühlen kann. Stellen sie jedoch sicher, dass das Lernzentrum nicht unnötig mit überflüssigen Materialien überladen wird. Verbieten Sie Videospiel-Konsolen, mobile Geräte und andere Ablenkungen in diesem Zentrum. Diese dürfen erst verwendet werden, wenn die Hausaufgabe erledigt ist. Der Einsatz von diesem Geräten in Lernpausen ist meistens kontraproduktiv, dass sich die Kinder selten selbst regulieren können und ein Fortsetzen des Lernens oft mit Diskussionen und Konflikten endet.

Legen sie einen Zeitplan fest

Es ist wichtig, jeden Tag eine bestimmte Zeit für die Hausaufgaben festzulegen. Ihr Kind sollte sich an diesen Zeitplan gewöhnen können, bis es zu einer normalen täglichen Routine wird. Einige Schüler brauchen eine oder zwei Stunden Pause nach der Schule, um etwas zu essen und etwas Sport zu treiben, während andere besser abschneiden, wenn sie ihre Hausaufgaben sofort nach ihrer Ankunft zuhause beginnen. Besprechen sie dies erneut mit ihrem Kind und sprechen sie über Vor- und Nachteile verschiedener Hausaufgaben-Zeiten.

Normalerweise ist die beste Zeit, um Hausaufgaben zu erledigen, vor dem Abendessen. Es ist auch gut, Hausaufgaben nach dem Abendessen zu machen, wenn sich die Kinder satt fühlen und ihre Energie-Level wieder aufgefüllt sind. Es sollte dann darauf geachtet werden, dass das Abendessen leicht ist und nicht das sogenannte "Schnitzel-Koma" vom Lernen abhält. Vermeiden Sie es jedoch, nach 19 Uhr mit den Hausaufgaben zu beginnen, weil ihr Kind dann wahrscheinlich viel zu erschöpft ist, um sich zu konzentrieren.

Weitere Tipps zu dem Thema in meinem nächsten Beitrag. Teil 2 wird in wenigen Tagen veröffentlicht.